Ich bin ein ängstlicher Mensch. Nicht unerschrocken oder sonderlich mutig. Sondern ängstlich. In den meisten Situationen die mir zwilichtig erscheinen nehme ich den erstbesten Weg um Diese zum umgehen. Als junges Ding von 14 oder 15 Jahren bin ich gerne mal mit meine „Clique“ (ich hasse dieses Wort) in irgendwelche Abrisshäuser eingestiegen um dort über freihängende Balken zu geklettert, aber das war nicht mutig, sondern eher nur der Sache dienlich nicht als Angsthase oder feige Pflaume ausgeschlossen zu werden. Aber Zeiten ändern sich und wenn man selbstbestimmter wird, kann man solche Vorkommnisse ja auch leicht umgehen. Die Leute die in meinem Alter noch auf solche schwachsinnigen Ideen kommen, tun dies ja meist um Häuser zu besetzen oder einfach einen trockenen Ort zum Schlafen zu haben (in dem Fall ist die Idee gar nicht mal so schwachsinnig).

Seit ich eine Mama bin drehen sich meine Ängste jedoch um ganz andere Dinge. Ob die Raumtemperatur für die Nacht angemessen ist, ob er nicht zu warm oder zu kalt angezogen ist oder ob der Fleck am Auge nicht auch irgendeine gefährliche Krankheit sein kann. Ich habe eine Beschützermacke kombiniert mit Kontrollwahn und dem Angsthasensyndrom. Ich befürchte das wird meinen Sohn und mein Umfeld in nicht allzulanger Zeit in den Wahnsinn treiben. Aber wie baut man soetwas ab? Wie lernt man die Zügel etwas lockerer zu lassen? Kann man seine Ängste einfach ignorieren? Und nicht das man mich falsch versteht, ich renne hier keineswegs den ganzen Tag mit einer Flasche Flächendesinfektion durch die Wohnung und jage jede noch so kleine Staubflocke. Es ist eher die Angst vor den Dingen die man nicht kommen sieht. Da hilft es wohl nur das ganze etwas zu relativieren und sich zu sagen, dass man wohl einfach nur eine Löwenmama ist die sich um ihren Nachwuchs sorgt. Was ja nun auch nicht der schlechteste Charakterzug ist.

Advertisements